LandArt Mühlenkreis

Weserdorf Heimsen

[So. 12.07.2015 von 14:00 - 21:00 Uhr] Veranstaltung "Wege durch das Land"

Veranstaltungsort: 32469 Petershagen-Heimsen

Sa.11.07. & So. 12.07.15,
Anreise: mit der Osning-Bahn um 12.30 Uhr ab Bahnhof Vlotho nach Heimsen. Möglichkeit, mit Segelschiffen ĂŒber die Weser zu setzen.
RĂŒckkehr mit dem Bus.
Ende ca. 21.00 Uhr
40 EUR/Person

Karten und Info: www.wege-durch-das-land.de

Die KĂŒnstler Robert Stadlober und Andreas Spechtl werden Anfang Juli ihren Lebensmittelpunkt fĂŒr zwei Wochen in das kleine Dorf Heimsen an der Weser verlegen und versuchen, die Verbindungslinien Heimsens mit der Welt und der Welt mit Heimsen aufzuspĂŒren, freizulegen und nachzuzeichnen.

Denn ein Ort, in dem mittlerweile nur noch einmal am Tag der öffentliche Bus hĂ€lt, ist auf den ersten Blick nicht dafĂŒr gemacht, verlassen oder gar besucht zu werden. Michel Foucault schrieb 1967 in seinem Text "Andere RĂ€ume" ĂŒber die Heterotopie als verwirklichte Gegenkonzeption des Hier und Jetzt, sie erreiche "ihr volles Funktionieren, wenn die Menschen mit ihrer herkömmlichen Zeit brechen".

Er beschreibt zwei Formen von Heterotopien: jene, in denen die Zeit endlos angesammelt wird, wie es in Bibliotheken und Museen der Fall ist, und solche, die zeitlich Ă€ußerst begrenzt sind und sich innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder auflösen wie bei Festen oder dem Jahrmarkt. In den zwei Tagen der AuffĂŒhrung werden die KĂŒnstler versuchen, zusammen mit geborenen, mit Wahlheimsern und GĂ€sten der Heimser Diaspora aus aller Welt diese beiden extremen Formen einer verwirklichten Utopie zusammenzudenken.

Mittels der Poesie von Dampfschiffen und Lokomotiven, WindmĂŒhlen und FahrrĂ€dern, ErzĂ€hlungen und GerĂŒchten, mittels der MusikalitĂ€t von Bewegung. Vermag man an einem einzigen Ort mehrere RĂ€ume und Zeiten zusammenzulegen? Und wenn ja, verschwinden dann Grenzen oder werden sie nur neu bestimmt? Und wer genau ist dann noch Bewohner und wer Reisender an diesen Orten im Fluß? Und muß man sich ĂŒberhaupt entscheiden? Die These ist: Nein, denn Orte zu befreien, befreit uns hundertmal mehr, als es irgendein freier Ort tun könnte.
Da, wo die Weser am schönsten ist, liegt Heimsen.
Fluss und Bahnstrecke, Getreidespeicher und HeringsfĂ€nger-Museum, Kirche und Bahnhof, MĂŒhle und Alte Schlachterei sind einige der SchauplĂ€tze, die bespielt und inszeniert werden, an denen Lesungen, Konzerte und Installationen stattfinden.

Die Geschichte der HeringsfĂ€nger und der HollandgĂ€nger, der Auswanderer und Daheimgebliebenen wird erzĂ€hlt, Legenden und Mythen werden eingebunden - und in allem als ruhender Pol die Kirche: Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut, als die Ansiedlung noch Hemenhusen hieß, zeigt sie mit dem spĂ€tgotischen Gewölbe und der Rankenbemalung sowie den barocken KirchenbĂ€nken auch den fortwĂ€hrenden Wandel der Zeiten an.

Ob in "Sonnenallee", "Crazy" oder "Peer Gynt" - in allen Kinofilmen ĂŒberzeugte der Schauspieler Robert Stadlober als starker Darsteller. Zuletzt war er in dem Kriegsdrama "Diplomatie" von Volker Schlöndorff und in "Alles Inklusive" von Doris Dörrie zu sehen. Außerdem ist er als Theaterschauspieler, Musiker und Hörbuchsprecher erfolgreich. Andreas Spechtl ist Musiker, Texter und SĂ€nger der Band "Ja, Panik", die als eine der wichtigsten Bands im deutschsprachigen Raum gehandelt wird und deren Musik wie von Freibeutern gespielter Soul klingt, nach Trotz und Neuanfang und einer besseren Welt. Außerdem schreibt er fĂŒr den ORF.

Hier zum Online-Kartenverkauf

 

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